Das Haufenwegedorf mit mehr als 500 Einwohnern liegt im Norden der Gemeinde Prichsenstadt und wird von Südwesten nach Nordosten von der Bundesstraße 22 durchquert. Durch Stadelschwarzach fließen mehrere Flüsse. Die Schwarzach, der Schönbach, der Solbach, der Altbach und im Süden der Sadelsbach. Stadelschwarzach liegt auf einer Höhe von 230m. Der überwiegend landwirtschaftlich geprägte Ort ist am Westrand durch eine große Wohnsiedlung erweitert. Im Ort und in der Gemarkung befinden sich mehrere Kleindenkmäler, vor allem Bildstöcke. Westlich des Ortskerns steht eine kleine Kriegergedächtniskapelle.

Geschichte

Der Ort wurde im 8. Jahrhundert im Zuge der Fränkischen Landnahme gegründet. Erstmals erwähnt wurde Stadelschwarzach im Jahr 918, damals hieß das Dorf „Stadelon“, das bedeutet etwa „Siedlung bei Stadeln“ (Scheunen), als es durch König Konrad I. dem Benediktinerkloster in Münsterschwarzach „mit al-lem, was dazu gehört“ als Schenkung überlassen wurde.

Bereits um 1000 muss auf dem „Kirchberg“ am heutigen westlichen Ortsausgang eine Holzkirche errichtet worden sein. Sie gehörte wohl zur hier vermuteten Anlage eines kleinen Frauenklosters. Mauerreste einer ersten romanischen Steinkirche aus dem 11. Jahrhundert wurden in jüngere Neu- oder Erweiterungsbauten der heute im Ortskern stehenden Pfarrkirche einbezogen. Während des Mittelalters herrschte kurze Zeit das Grafengeschlecht von Castell über das Dorf, bevor es im Jahr 1306 vom Grafen an die Benediktinerabtei Münsterschwarzach verkauft wurde. Im Zuge dieser Neuerwerbung wurde Stadelschwarzach aufgewertet.

Am 11. September 1364 wurde das Dorf Sitz eines Pfarrers. Nach der Erhebung zur Pfarrei wurde eine neue Kirche gebaut und im 14. Jahrhundert vollendet. Im Jahr 1497 begann man mit dem Neubau des Kirchenturmes, ihm wurde um 1600 der sogenannten Echter-Spitzhelm aufgesetzt.

Um die zweite gotische Steinkirche gruppierten sich als wichtigste Höfe Klosterhof, Herrenhof und Zehnthof. Bis 1580 war das Kloster Schwarzach durch Zukauf alleiniger Grundherr im Ort geworden. In Stadelschwarzach lagerten die Weinvorräte des Klosters.

Im 17. Jahrhundert starb der Ort, durch Kriegseinwirkungen und Pest bedingt, beinahe aus.

Bis zur Säkularisation von Münsterschwarzach 1803 versahen die Mönche die Pfarrei. Nach der Säkularisation kam das Dorf an das Amt Volkach des Königreichs Bayern.

1804 wurde begonnen das heutige Gotteshaus zu errichten. Es erfolgte ein Neubau des Chores und des Langhauses, diese Bauteile entsprechen dem Klassizismus und wurde 1805 fertiggestellt. Nur der Turm wurde aus dem alten Baubestand übernommen. Bis 1818 hatte noch der Pfarrer von Stadtschwarzach das Patronatsrecht über Stadelschwarzach.
Zur Sicherung der Bewohner, ihrer Vorräte und sonstigem beweglichen Habe war in diesem Jahrhundert der Platz um die Kirche befestigt und zur Kirchenburg ausgebaut worden, deren Gaden in den letzten Jahrzehnten verfielen und heute verschwunden sind.

Das Rathaus neben der Kirche entstand im Jahr 1605. Es schließt oben mit einem Fachwerkgeschoss ab. Ein Renaissanceportal bildet den Eingang, eine Wappenkartusche mit dem Zeichen des Münsterschwarzacher Abtes Dominicus Otto ist zu sehen.

Im 20. Jahrhundert, 1964, erhielt Stadelschwarzach eine eigene Pfarrei. 01. Juli 1972 kam der Ort zur Großgemeinde Prichsenstadt. Das ehemalige klösterliche Amtshaus und spätere Rathaus, ein Renaissancebau am Dorfplatz, wurde 1980 durch Renovierungsarbeiten in seinem Baubestand gesichert.

Das Dorf war am 23. September 2018 stark vom Sturmtief Fabienne betroffen. Der Sturm riss unter anderem den Echterhelm der Bartholomäuskirche ab, die Stromversorgung war zeitweise unterbrochen.

Sagen

Vor vielen Jahren lebte ein unverheirateter Mann in Stadelschwarzach. Er versuchte sein geringes Einkommen durch Wildern in den Wäldern der Umgebung aufzubessern. Eines Nachts wurde er von einem Förster auf frischer Tat ertappt. Er floh und der Förster schoss mit seinem Gewehr auf den Flüchtenden. Er traf den Wilderer mitten ins Herz. Die Dorfbewohner hackten am Schmiedsweg, wo der Wilderer starb, den Boden in Kreuzesform auf. Dies wird noch heute beim jährlichen Flurumgang so praktiziert.

Die Flurabteilung „Teufel“

Ein Bauer pflügte an einem Spätnachmittag seinen Acker. Der Boden war sehr steinig und die Ochsen kamen nur sehr schwer voran. Darüber fluchte der Bauer: „Euch soll doch gleich der Teufel holen!“ Daraufhin fingen die Ochsen an die Nackenhaare zu sträuben und stark zu schwitzen. Plötzlich erschien ein kopfloser Hund auf dem Rücken der Tiere und verjagte die Ochsen so vom Feld.Der Bauer hatte sich in das Seil verwickelt, das seine Tiere hinter sich herzogen und wurde deshalb mitgeschleift. Im Dorf aber klangen plötzlich die Glocken zum Gebet. Der Bauer rief daraufhin: „Alle guten Geister loben den Herrn!“ Der Teufel, als kopfloser Hund, verschwand laut aufheulend. Beim Bildstock an der Straße nach Stadelschwarzach blieben die Ochsen stehen. Sie wurden krank und mussten geschlachtet werden. Seitdem trägt die Flurabteilung den Namen „Teufel“.